Verein der Freunde der
Kartause Aggsbach

Die Ordensgeschichte

"Lebensbaum der Kartäuser": Hl. Bruno als Wurzel, über ihm Guigo. Maria und Johannes d. Täufer (rechts unten), die Ordenspatrone.

12. Jh.: Bruno hatte nicht die Absicht gehabt, einen Orden zu gründen. Das zeigt auch die Tatsache, dass er keine Ordensregel verfasst hatte. Für ihn war das Leben in der Kartause die Verwirklichung einer ganz persönlichen Berufung.

Doch bald nach seinem Tod entstanden weitere Kartausen und die Frage nach einer verbindlichen Regel wurde dringlich. Deshalb verfasste der 5. Prior, Guigo I., zwischen 1121 und 1127 unter Berücksichtigung der Regel des hl. Benedikt (+ ca.547), des Vaters des abendländischen Mönchtums, und der Einsiedlerregeln des hl. Hieronymus (+420) und Johannes Kassians (+430) eine eigen-ständige Ordensregel, consuetudines (Gebräuche) genannt, die 1133 von Papst Innozenz II. approbiert wurde und die mit den Statuten, den Beschlüssen der Generalkapitel, die Grundlagen der Ordensverfassung bildete.

Nach ihrer letzten, durch das 2. Vatikanische Konzil und das neue Kirchenrecht bedingten Überarbeitung liegt die Ordensregel seit 1991 als Statuta Ordinis Cartusiensis (Statuten des Kartäuserordens) vor.


Katastrophen - Schnee und Feuer

Der Orden erlebte im 14. und 15. Jahrhundert eine Blütezeit, mit 195 Kartausen in 12 Provinzen (ca. 2500 Chormönche, 2200 Laienbrüder und 180 Nonnen) war er über ganz Europa verbreitet. In diese Zeit fällt auch die Gründung der niederösterreichischen Kartausen Mauerbach (1313), Gaming (1330) und Aggsbach (1380).

Nach Verfolgungen im 16. Jh. durch die Reformatoren erlebte der Orden eine neuerliche Blüte im 17. Jh. Um 1680 umfasste er 2300 Patres, 1500 Brüder – das bedeutete 13 bis 14 Patres und 8 bis 9 Brüder pro Kloster - und 170 Nonnen.

Der achte und letzte Brand brach unter dem Priorat von Dom Innocent Le Masson (1675-1703) am 10. April 1676 aus. Im zwölf Jahre dauernden, großzügig konzipierten Wiederaufbau nahm die Große Kartause ihre heutige Gestalt an.

Das 18. Jh. brachte eine schwere Krise. So wurden während der französischen Revolution 67 Kartausen geschlossen, 1782 hob Kaiser Joseph II. im Habsburgerreich 22 Kartausen auf, darunter die Kartausen Mauerbach bei Wien, Gaming im Ötscherland und Aggsbach in der Wachau. - Nach ihrer Vertreibung aus dem Mutterkloster im Jahre 1792 konnten die Mönche erst 1816 wieder die Große Kartause in Besitz nehmen.

20. Jh.: 1903 mussten die Kartäuser wegen der kirchenfeindlichen Politik Frankreichs unter der III. Republik wiederum das Land verlassen und konnten erst 1940 nach einem 37-jährigen Exil in der italienischen Kartause Farneta wieder in die Große Kartause zurückkehren.

21. Jh.: Heute ist der Orden eine kleine Gemeinschaft. Es gibt 23 Kartausen (18 in Europa, und je 1 in den USA, Argentinien und Brasilien, dazu 2 Neugründungen in Südkorea - 1 Männer- und 1 Frauenkloster). 18 davon sind Männerklöster mit ca. 370 Patres und Laienbrüdern.

Der weibliche Zweig des Ordens entstand im 12 Jh. In den heute noch existierenden 5 Frauenklöstern leben ca. 85 Nonnen (Stand Dez. 2002).

Die Ordenshäuser (Stand 2002)

Frankreich:

Italien:

Spanien:

Deutschland:

England:

Schweiz:

Slowenien:

Argentinien:

Brasilien:

USA:

Südkorea:

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