Verein der Freunde der
Kartause Aggsbach

Katastrophen - Schnee und Feuer

Die Lawine: Im Jahre 1132 stürzte eine riesige Lawine zu Tal und begrub das kleine Kloster unter sich; die Hälfte der Kartäuser, 6 Mönche und 1 Novize, kamen dabei ums Leben. Prior Guigo ließ das Kloster etwas weiter talabwärts, an der Stelle, wo es sich noch heute befindet, neu erbauen.

Brände: Insgesamt 8 mal wurde die Kartause ein Raub der Flammen; der 1. Brand brach 1300 aus, zum letzten Mal brannte das Kloster am 10. April 1676 nieder.

Von der Lawinenkatastrophe berichtet die Magisterchronik (1136):

„Im 23. Jahr des Priorats Guigos stürzte eine unglaubliche Schneemasse von den Berggipfeln mit plötzlicher Wucht hernieder; der fürchterliche Strudel der gewaltigen Schneemassen begrub bzw. riss alle Zellen außer einer mit sich und mit ihnen sechs Mönche und einen Novizen. Jedoch wurde, zum Trost der Überlebenden und als Beweis, dass die Verunglückten die ewige Seligkeit erlangt hatten, am 12. Tag nach der Katastrophe einer der verschütteten Mönche, Aduin aus Lothringen, wie durch ein Wunder nicht nur lebend, sondern auch bei klarem Bewusstsein und mit intaktem Gedächtnis aus den Schneemassen geborgen. Er wurde in den kleinen Kreuzgang gebracht und antwortete denen, die ihm zuredeten, mit einigen Worten voll wunderbarer Sanftheit und zärtlicher Liebe. Er legte die Beichte ab und empfing das Sakrament der Krankensalbung, dann umarmten ihn alle Brüder; schließlich entschlief er, nach einem so langen Fasten durch die Nahrung des Leibes und Blutes des Herrn gestärkt, ganz friedlich in Gott.“ (La Grande Chartreuse17, 27/28)

Die Kartäuser haben immer wieder Vertrauen in Gott trotz des Leides gezeigt, so z.B. beim 5. Brand der Großen Kartause 1592:

„Am Vorabend des Allerheiligentages brach unvermutet ein schrecklicher Brand aus. Dom Jérôme begab sich sofort - nicht an den Ort der Brandkatastrophe, sondern - in die Kirche. Er öffnete den Tabernakel, nahm den Kelch in seine Hände und wiederholte immer wieder am Fuß des Altares kniend: ‚Gott hat alles gut gemacht.’ Nachdem die Mönche vergeblich versucht hatten, die Gewalt des Brandes einzudämmen, kamen sie einer nach dem anderen, knieten sich um ihren Oberen und beteten mit ihm. Das Feuer kam immer näher: Schon stand das Kirchendach in Flammen, bald verbrannten die Stricke, an denen die Lampen des Altarraums und Chors befestigt waren, und diese fielen krachend auf den Boden; dies war für den Reverendus Pater das Zeichen zum Verlassen der Kirche. Er und all seine Mönche brachten in einer Prozession die heilige Eucharistie in die Kapelle Notre-Dame de Casalibus. … Dom Jérôme wandte sich von einer Anhöhe der brennenden Kartause zu, segnete sie mit dem heiligen Sakrament und sprach: Der Name des Herrn sei gepriesen in alle Ewigkeit.“ (La Grande Chartreuse17, S. 143)

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